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Sonntag, 26. Mai 2019

Mittwoch, 15. Juni 2011 23:19 Alter: 8 Jahr/e

100 Jahre Bereitschaft Planegg/Krailling – 5 Tage feiern

Die Cubaboarischen vor ihrem Auftritt

Die Fahrzeugschau von Rotem Kreuz, Polizei und Feuerwehr Planegg lockte zahlreiche Besucher an die Festwiese an der Semmelweisstraße

Nach dem ökumenischen Festgottesdienst in Maria Eich marschieren etwa 700 Teilnehmer des Festzuges durch Planegg

Vom 1. bis zum 5. Juni 2011 feierte die Rotkreuzbereitschaft Planegg/Krailling mit der Bevölkerung des Würmtals ihr 100-jähriges Bestehen. Am 1. Juni eröffneten „The Mercuries“ den Abend mit mitreißender Musik der vergangenen Jahrzehnte und aktuellen Hits. Dabei ist es der Partyband gelungen, trotz ungemütlichen Wetters eine unglaubliche Stimmung zu schaffen. Ein wunderbarer Auftakt!

Am Donnerstag, dem Vatertag, kamen zum Frühschoppen immer mehr Menschen, die sich bei der schwungvollen Musik der Irish-Folk-Band Ceolan Weißwürste und ein Bier schmecken ließen. Eigens für die Planegger Bereitschaft hat die Gruppe getextet:

„..Unfall und Gefahren lauern doch an jeder Ecke, jederzeit kann was passier’n, da hilft kein Versteck! Aber wir ha`m an Trumpf im Spiel: Rotes Kreuz Planegg!“

Das Gastronomiezelt auf der Festwiese ist voller Besucher, und in Erwartung der Oldtimer-Schau mit Corso füllt sich der Platz. Mehr als 60 Fahrzeuge fahren schließlich mit, einige mehr als sich ursprünglich angemeldet hatten. Die meisten der alten Autos kamen aus den umgebenden Landkreisen Fürstenfeldbruck, Starnberg oder auch Weilheim, aber sogar aus Augsburg sind einige Messerschmidts mit ihren Besitzern angereist. Es sind viele Opel, darunter der schon von Reinhard Mey besungene Opel Kapitän, aber auch ein Goggomobil, Isettas und sogar ein Traktor zu bestaunen. In den vergangenen Monaten hatte der Organisator Robert Voit den Kontakt zu den umliegenden Oldtimer-Clubs  gepflegt und wurde mit einem beeindruckenden Corso vom Festplatz über die Pasinger Straße bis zur Planegger Bahnhofstraße und zurück belohnt. Das älteste Fahrzeug gehört Johann Prinz aus Gröbenzell und ist – wie die Planegger Rotkreuzbereitschaft – 100 Jahre alt. Es ist ein weißer Ford T, der am 1. Juni 1911 zum ersten Mal zugelassen wurde.

Den Abend beschließen die „CubaBoarischen“ mit einer Mischung aus bayerischer und Samba-Musik und sorgen für ein restlos ausverkauftes Festzelt. Am Freitag bringt die Oktoberfestband „Münchner Zwietracht“ Bierzeltstimmung ins Zelt, während auf dem Festplatz die Besucher bei abendlichem Sonnenschein entspannen.

Der nächste Tag hat die Fahrzeugschau der Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr zum Thema. Bei strahlendem Sonnenschein präsentieren sich die Rettungsdienste auf der Festwiese an der Semmelweisstraße. Da die Polizeiinspektion Planegg feiert in diesem Rahmen ihr 50-jähriges Jubiläum mit der Bevölkerung und stellt sich mit einer Vielzahl von Fahrzeugen wie ihren Oldtimern, aber auch der Hundestaffel, der Pferdestaffel, einem Hubschraubersimulator und einem Fahrsimulator vor. Einer der Oldtimer, der berühmte BMW „Isar 12“ wird stolz vom Innendienstleiter der Polizeiinspektion an der Tegernseer Landstraße Werner Höld eigens in Originaluniform vorgeführt.

Besonders stolz auf seine Uniform ist allerdings Horst Bauer, denn diese stammt noch vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Bauer ist Polizeihauptkomissar a.D. der Planegger Polizei und seit 2005 in Pension. Der gestrenge ehemalige Polizist ist manchem Planegger noch bekannt als Ordnungshüter, der einst den Auftritt junger Löwen zu Sylvester in einer Planegger Kneipe untersagte.

Aber nicht nur technische Interessierte finden ihre Freude an diesem Tag, auch die Tierfreunde können sich beeindrucken lassen. Von der BRK Rettungshundestaffel sind 7 Hunde verschiedener Rassen angereist, um ihr Können zu demonstrieren. Die Hunde zeigen, wie sie Verschüttete suchen oder wie sie über Leitern und Hängebrücken gehen. Es kann noch so wackeln, die Hunde gehen zielstrebig darüber. Die Hunde tragen Glöckchen und in der Nacht ein Leuchthalsband. Außerdem haben sie einen GPS-Empfänger am Halsband, mit dem man später auswerten kann, wo sie sich überall aufgehalten haben.

Eine Überraschung kommt mit großem Lärm aus der Luft: in elegantem Bogen fliegt ein Polizeihubschrauber  niedrig über die Menschenmenge auf dem Festplatz und fesselt die Aufmerksamkeit der Besucher, um anschließend betont langsam auf der nahen Wiese zu landen. In kürzester Zeit ist er von Kindern und Neugierigen umringt. Nach einem heißen Tag folgt am Abend der Höhepunkt mit dem Auftritt der Rock’n Roll-Legende Peter Kraus, der mit seinen 72 Jahren das volle Zelt derart in seinen Bann zieht, dass am Ende Alt und Jung vor der Bühne und den Seitenbänken tanzen. Mit seinen auch selbstironischen Anekdoten gewinnt er sein Publikum sofort.

Trotz des langen Abends und mehreren Zugaben beginnt der nächste und abschließende Tag der Festwoche früh mit einem ökumenischen Festgottesdienst in Maria Eich und mit einem großen Festumzug durch Planegg, an dem rund 700 Trachtler, Musiker und Rotkreuzler teilnehmen. Allein 7 Blaskapellen begleiten den Festzug, die anschließend zum Tag der Blasmusik spielen. Dieser findet heuer zum 10. Mal statt. Alle großen Vereine aus dem Würmtal und viele Rotkreuzgruppen nehmen teil, drei Kutschen stehen für die Ehrengäste zur Verfügung, eine Reitergruppe führt den Zug an, gefolgt von einem Brauereigespann. Die weiteste Anreise von den befreundeten Bereitschaften haben das Rote Kreuz aus Klagenfurt und das weiße Kreuz aus Klausen in Südtirol hinter sich. Von den Musikern ist die polnische Blaskapelle aus der Nähe von Krakau mehr als 1000 km angereist.

In den drei mit Ehrengästen besetzten Kutschen sitzen Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, die Präsidentin des BRK, die Münchner Landrätin Johanna Rumschöttel, der Starnberger Landrat Karl Roth sowie die beiden Bürgermeisterinnen von Planegg und Krailling Annemarie Detsch und Christine Borst. Außerdem fahren Planeggs Ex- und Altbürgermeister und die örtlichen Pfarrer mit.

Für fünf Tage haben die Mitglieder der BRK-Bereitschaft Planegg-Krailling die Wiese an der Semmelweisstraße in einen Festplatz für das gesamte Würmtal verwandelt. Bereitschaftsleiter Georg Voit ist erschöpft, aber glücklich und zufrieden mit dem Verlauf des Festes, denn 100 Jahre wird man nur einmal.