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Montag, 17. Juni 2019

Donnerstag, 21. Januar 2010 21:46 Alter: 9 Jahr/e

Haiti: Rotes Kreuz ruft zu Spenden auf und bereitet sich für den Aufbau eines Orthopädiezentrums vor

Eine Rotkreuzhelferin kümmert sich um ein alleinstehendes Kind in Haiti. Foto: DRK

Johann Keppeler (rechts) beim Aufbau eines Zeltes der mobilen Gesundheitsstation in Port-au-Prince. Foto: Barkenhammar/ DRK

Die mobile Gesundheitsstation des Roten Kreuzes. Infografik: DRK

Das Bayerische Rote Kreuz ruft die bayerische Bevölkerung dringend zu Geldspenden für die Menschen des von dem verheerenden Erdbeben völlig zerstörten Inselstaates Haiti auf. BRK-Präsidentin, Christa Prinzessin von Thurn und Taxis: „Die Spenden werden zunächst direkt zum Aufbau und Betrieb des großen Rotkreuz-Hospitals verwendet, das in dieser Woche nach Haiti gebracht und auch mit Kräften des BRK aufgebaut wird". Die BRK-Präsidentin kündigt an, dass das Bayerische Rote Kreuz ein Orthopädiezentrum in Haiti plant. „Wichtig ist vor allem die nachhaltige und langfristige Hilfe“, betont die Präsidentin.

Das große Rotkreuz-Hospital hat 120 stationäre Betten und kann zusätzlich bis zu 700 Patienten versorgen. „Damit ist die medizinische Versorgung für ein Einzugsgebiet von 30.000 Menschen sicher gestellt", erklärt die BRK-Präsidentin und ergänzt, dass für den Betrieb des Rotkreuz-Hospitals 100 Ärzte, Schwestern, Pfleger und Techniker benötigt werden. Derzeit wird das medizinische und technische Team für das Hospital zusammengestellt. BRK-Präsidentin: „Voraussetzung für einen solchen Einsatz ist der „Basic Training Course“ vom Deutschen Roten Kreuz. Dieser garantiert, dass alle speziell ausgebildeten Auslands-Katastrophenhelfer weltweit nach einheitlichen Standards arbeiten. Damit können die Einsatzkräfte jederzeit, egal zu welcher nationalen Rotkreuz-Gesellschaft sie gehören, reibungslos miteinander arbeiten.“

Bereits in der letzten Woche sind Rotkreuz-Kräfte aus Bayern nach Haiti aufgebrochen, um eine mobile Gesundheitsstation in Port-au-Prince zu errichten. Wie Johann Keppeler, ein erfahrener Auslands-Katastrophenhelfer aus dem Erdbebengebiet berichtet, ist die mobile Gesundheitsstation mit einer speziellen Mutter-Kind-Abteilung bereits in vollem Einsatz. Ebenfalls bereits vor Ort sind die Krankenschwester Ann-Christin Schulz aus Nürnberg und die Laborantin Jennifer Rath aus Würzburg. In der Gesundheitsstation können pro Tag 250 Verletzte erstversorgt werden.

"Soforthilfe nach einer solchen Katastrophe ist wichtig, jedoch entscheidend wird die langfristige Hilfe und Aufbauunterstützung für die Menschen in Haiti sein“, erklärt die BRK-Präsidentin. Das Deutsche Rote Kreuz konzentriert sich auf eine seriöse und nachhaltige Hilfe. „Unkoordinierte und damit unprofessionelle Maßnahmen helfen den Menschen nicht“, sorgt sich die BRK-Präsidentin. „Wir werden uns nicht dazu drängen lassen, unvorbereitete Helfer in das Krisengebiet zu schicken", ergänzt Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk.

„Das Rote Kreuz baut auf seine internationale Vernetzung über das Internationale Kommittee vom Roten Kreuz, wo alle Aktivitäten der nationalen RK-Schwestergesellschaften koordiniert werden“, erläutert der für den Katastrophenschutz des BRK zuständige Beauftragte, Rudi Cermak, der zur Zeit täglich Angebote von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Roten Kreuzes bekommt. Auch er warnt vor den Risiken unkoordinierter Hilfe. „Sachspenden können nicht angenommen werden, Personal kann nur mit einer speziellen Ausbildung in die Hilfstrupps integriert werden“, ergänzt der Katastrophenschutzexperte.

Das Rote Kreuz ist seit 2004 im Rahmen der Auslandshilfe in Haiti tätig und kennt deshalb die Verhältnisse vor Ort sehr gut. Zu den Arbeitsschwerpunkten in Haiti gehörten die Installation von Katastrophen-Vorwarnsystemen, die Errichtung von Wasseraufbereitungsanlagen, die Ausbildung von Kräften vor Ort und der Bau von Schulen. „Nachhaltigkeit der Hilfe ist besser als medienwirksame Strohfeuer“, mahnt die BRK-Präsidentin Christa Prinzessin von Thurn und Taxis. "Um überhaupt helfen zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Denn die 50 Tonnen Material für das Rotkreuz-Hospital und die Entsendung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer kosten Geld", erklärt Christa von Thurn und Taxis und bittet deshalb die bayerische Bevölkerung um Spenden.

Spendenkonto des Roten Kreuzes: 41 41 41
Bank für Sozialwirtschaft, BLZ: 370 205 00
Stichwort: Haiti
Online-Spenden unter: www.DRK.de/spenden