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Dienstag, 18. Juni 2019

Mittwoch, 13. Oktober 2010 17:28 Alter: 9 Jahr/e

Pakistan: Hilfe für eine Million Menschen

Die Ausmaße der Flutkatastrophe sind größer als anfangs angenommen und der Wiederaufbau des Landes wird länger dauern. Die internationale Hilfe für Pakistan ist daher jetzt nötiger denn je.

Obwohl die Wassermassen inzwischen zurückgehen, konnten bisher erst rund 20 Prozent der Flutopfer in ihre Häuser zurückkehren. Viele obdachlos gewordene Familien suchen immer noch nach einer Unterkunft oder leben äußerst provisorisch in Flüchtlingslagern. Nun steht der Winter vor der Tür und es müssen eine Million Menschen mit Notunterkünften versorgt werden, sie brauchen Zelte, Decken und Baumaterial. Während im Süden des Landes subtropisches Klima herrscht, kann der Winter in den gleichermaßen von der Flut betroffenen nordwestlichen Gebirgsregionen nahe der afghanischen Grenze grimmig kalt werden.

Etwa 150.000 Familien erhalten derzeit Hilfslieferungen der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, vor allem Nahrungsmittel und Dinge des täglichen Bedarfs. Betroffen sind mit 89 Bezirken große Teile des Landes. In einigen Regionen, etwa Kohistan und Shangla, sind etliche Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten, weil Straßen und Brücken weggespült wurden. Die dringend benötigten Hilfen müssen zum Teil auf Eseln transportiert werden. Die Hilfen, die der Pakistanische Rote Halbmond zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz und 36 weiteren Rotkreuzgesellschaften organisiert, werden noch lange Zeit gebraucht. Denn auch wenn das Wasser allmählich wieder abfließt, sind die Ackerflächen auf Monate nicht zu bewirtschaften, die Sommerernte verfault im Schlamm und an eine neue Aussaat ist noch nicht zu denken. Damit fehlt der Bevölkerung in den ländlichen Gebieten noch längere Zeit die Lebensgrundlage.

Nach der Soforthilfe geht es nun um einen nachhaltigen Wiederaufbau. Neben Häusern gilt es unter anderem Gesundheitszentren und Lagerstätten für Saatgut und Hilfsgüter aufzubauen und flutsicher zu machen. Um langfristig Hilfe für die von den Überschwemmungen vertriebenen und geschädigten Menschen zu leisten, ist eine gewaltige finanzielle Anstrengung nötig, das Deutsche Rote Kreuz bittet daher weiterhin um Spenden für die Flutopfer.