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Montag, 27. Mai 2019

Donnerstag, 16. Oktober 2008 19:40 Alter: 11 Jahr/e

Tag der Welternährung: Kinderhunger in Deutschland

Das Rote Kreuz weist am Welternährungstag darauf hin, dass auch in Deutschland viele Kinder mangel- oder fehlernährt sind. Foto: DRK

Immer öfter müssen Kinder in Deutschland acht Stunden oder mehr ohne Nahrung auskommen, da ihre Eltern weder für Frühstück sorgen noch das Geld für das Essen in den Ganztagsschulen aufbringen. Die Folge: diese Kinder können sich in der Schule schlecht konzentrieren und sind oft mangelernährt und sogar übergewichtig durch Fast Food und Süßigkeiten. Darauf weist das Deutsche Rote Kreuz anlässlich des heutigen Tages der Welternährung hin.

 

„Dass wir in Deutschland ein Problem mit Kinderhunger haben, kann man sich kaum vorstellen. Doch wir bekommen aus den Rotkreuz-Kindertagesstätten oder von den Initiativen des kostenlosen Mittagstisches  immer häufiger solche Meldungen“, sagt Clemens Graf von Waldburg-Zeil, Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes. „In diesem Land des Überflusses sind viele Kinder fehl – oder mangelernährt.“

 

14 Prozent aller Kinder gelten als arm. Fast sechs Millionen Kinder und Jugendliche leben bei Eltern, die ein Jahreseinkommen von weniger  als 15.300 Euro netto verdienen. Zirka zwei Millionen Kinder wachsen in überschuldeten Haushalten auf.
 „Es gibt natürlich Eltern mit geringem Einkommen, die eher selbst aufs Essen verzichten, als ihren Kindern etwas vorzuenthalten. Doch das ist kein Zustand“, sagt Graf Waldburg. Wenn aber Eltern überfordert sind, hungern Kinder oder behelfen sich mit Fast Food oder Süßigkeiten. Das hat Fehlernährung oder Übergewicht durch zuviel Zucker, Salz und Fett zur Folge. Hinzu kommt: Die in armen Familien lebenden Kinder und Jugendliche wachsen häufig in belasteten Wohnquartieren auf und haben wenig Möglichkeit zu Bewegung und entwicklungsfördernden Aktivitäten.
Das DRK fordert daher den weiteren Ausbau der Ganztagsschulen und der kostenfreien Ganztagsbetreuungsangebote - dazu muss auch der kostenfreie Mittagstisch gehören. „Es darf nicht sein, dass Kinder aus Kostengründen aufs Mittagessen verzichten müssen“, so Graf Waldburg. 

 

Das Deutsche Rote Kreuz unterhält rund 1.200 Kindertageseinrichtungen mit rund 90.000 Plätzen und 100 Einrichtungen der offenen Jugendarbeit.